Glarner Seniorenverband liess sich informieren

Von: Peter Meier

 

Für Senioren, auch wenn sie enorm aktiv und mobil sind - sind Informationen über das Tätigkeitsfeld des Spitex-Verbandes sehr willkommen und entsprechen spürbar einem grossen Bedürfnis. Der Vorstand des Glarner Seniorenverbandes lud Interessierte kürzlich in den Glärnischbligg Ennenda ein.

Kaspar Zimmermann, Präsident der Glarner Seniorenverbandes, und die beiden Referentinnen Elisabeth Maduz (links) und Christine Blumer.
Kaspar Zimmermann, Präsident der Glarner Seniorenverbandes, und die beiden Referentinnen Elisabeth Maduz (links) und Christine Blumer.

Gut 60 Interessierte leisteten der Einladung Folge. Begrüsst wurden sie von Kaspar Zimmermann, Präsident des Seniorenverbandes. Die politische Gemeinde Glarus war mit Andrea Fäs, Vizepräsidentin des Rates, vertreten. Versierte Referentinnen waren Christine Blumer, Präsidentin der Spitex Glarus Süd und Mitglied des Kantonalvorstandes, und Elisabeth Maduz, diplomierte Pflegefachfrau bei der Spitex Sernftal. Es wurden zu folgenden Themen sachbezogene und umfassende Informationen abgegeben: Vorstellen der Spitex unseres Kantons, Finanzierung der verschiedenen Leistungen, Tarifwesen, künftige Herausforderungen, zusätzliche Dienstleistungsangebote wie Pflege, Hauswirtschaft und Mahlzeitendienst und Palliativpflege.

Kaspar Zimmermann zeigte auf, weshalb Verantwortliche der Spitex eingeladen wurden. Er erwähnte andere, in Vorjahren bereits erfolgte Informationsveranstaltungen durch einen praktizierenden Hausarzt, einen Alters- und Pflegeheimverantwortlichen, den Direktor des Kantonsspitals Glarus, Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Dr. Rolf Widmer und Anlässe der Pro Senectute in den Bereichen Palliativ Care und Demenz.

Christine Blumer
äusserte sich zum Aufbau der Spitexorganisation samt Leistungsauftrag und Aufteilung in Sektionen, die mit Ausnahme des Sernftals den Gebieten der politischen Gemeinden entsprechen. Ursprünglich wollte man eine Spitex, die für den ganzen Kanton zuständig gewesen wäre. Das liess sich bedauerlicherweise nicht realisieren. Es wäre aber verfehlt, vom Scheitern zu berichten. Es sind eher die verschiedenen Tarifgestaltungen und Leistungsvereinbarungen, die auf Unverständnis stossen. In den vier Spitex-Organisationen unseres Kantons sind 120 Mitarbeitende zumeist in Teilzeitanstellungen tätig. Die Arbeitsbereiche sind umfassend und erfordern hohe fachliche und soziale Kompetenzen. Zu jedem Einsatz gehören Abklärungen, damit die Pflegeform auf den jeweiligen Klienten abgestimmt werden kann. Die Finanzierung der Leistungen erfolgen durch Krankenkasse, Klient, Gemeinde und Spitex-Verein. Im Kanton bestehen bedauerlicherweise je nach Gemeinde unterschiedliche Regelungen, die auf begreifliches Unverständnis stossen. Nicht geregelt ist der hauswirtschaftliche Bereich. Je nach Vermögen und Einkommen sind die finanziellen Belastungen unterschiedlich hoch.

Umfassendes Zahlenmaterial wurde zur Verdeutlichung präsentiert

Die Verantwortlichen der Spitex sind mit einer Vielzahl von enorm Forderndem konfrontiert. Man denkt zuweilen an eine engere Zusammenarbeit mit Nachbarkantonen. Auseinandersetzen muss man sich von Fall zu Fall mit Finanziellem, der Nutzung von Synergien, Gesundheitspolitischem, der Rekrutierung von motiviertem, gut ausgebildetem Personal, Weiterbildungsfragen, privaten Anbietern, verschiedenen Organisationen wie Palliativ Care, Alzheimervereinigung, Lungenliga, Pro Senectute, Krebsliga, pflegenden Angehörigen, Dienste des Roten Kreuzes, Sterbebegleitung, Psychiatrischer Dienst des Kantonsspitals, Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) und anderem. Die Verantwortung ist riesig. Es sei zuweilen sehr schwierig, so Christine Blumer, Leute für die Arbeit im Vorstand zu gewinnen. Aufgezeigt wurde, was nicht möglich ist; darunter fällt der Aufbau einer 24-Stunden-Betreuung.

Elisabeth Maduz
befasste sich mit der praktischen Arbeit der Spitex-Leute. Es wird viel verlangt: Flexibilität, Fachkompetenz, Verschwiegenheit, Rücksichtnahme, Toleranz, Improvisationstalent, Durchsetzungsvermögen, Beharrlichkeit. Die Vielzahl der Erwartungen mache die Arbeit interessant und vielseitig, berge aber auch ein gewisses Verschleisspotenzial, so die Referentin. Zusammenfassen lasse sich die Bewältigung der Arbeit, indem alle mit Herz, Hand und Verstand im Einsatz seien. Die Spitex bietet vielen Arbeit, verfügt über interessante Praktikumsplätze. Einsätze erfolgen nach Kontakten mit Angehörigen, Pflegeabhängigen, Hausarzt, Versicherungen, Krankenkassen, weiteren Diensten, Spitalpersonal. Stets wird der Bedarf umfassend abgeklärt. Nur so ist die Planung der Unterstützung sinnvoll und zielrichtig. Elisabeth Maduz bewies mit den vielen Hinweisen, wie stark sie mit der praktischen Alltagsarbeit zu tun hat. Man spürte, was Anteilnahme, Geduld und Verständnis auszulösen vermögen.

Man begriff, wann die Pflege in den eigenen vier Wänden endet und der Wechsel in ein Heim erforderlich wird. Zunehmende Demenz, permanente Überforderung der pflegenden Angehörigen, starke Unselbstständigkeit, extremer Pflegeaufwand, psychische Erkrankungen sind Gründe, die für eine Änderung sprechen. Elisabeth Maduz äusserte sich sachlich, Belastendes bezog sie mit ein.

Kaspar Zimmermann
dankte, überreichte Präsente und wies auf Geplantes in den kommenden Monaten hin. Dazu gehören die ordentliche Mitgliederversammlung im kommenden Monat, ein Referat von Dr. André Rotzer über die Arbeit des Swiss Surgical Teams in verschiedenen Ländern (Tadschikistan, Mongolei), Landschaften und Bergbesteigungen in Argentinien, Wanderungen, Seniorenwoche, Musik und Literatur und anderes. Interessenten sind jederzeit zu den Veranstaltungen und der Mitgliedschaft willkommen.

 

Quelle: glarus24.ch

 

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