Zbindenklänge und poetische Kurzweil

Senioren und Seniorinnen mit Musik und Geschichten verwöhnt

 

von Peter Meier

  

Einmal pro Monat macht der Vorstand des Glarner Seniorenverbandes seine gut dreihundert Mitglieder auf einen der stets sorgsam organisierten Anlässe aufmerksam. Mit Klaviermusik zu vier Händen und einem ganzen Strauss von Mundartgeschichten wurden gegen fünfzig Gäste im Treff der reformierten Kirchgemeinde Ennenda wahrlich verwöhnt.

  

Vilma und Daniel Zbinden entführten in musikalische Weiten, behutsam, elegant, dann wieder enorm kraftvoll, zuweilen verspielt, neckisch und leidenschaftlich. Die angebotenen Mundarttexte über eine Reise mit einer Ziege, den Tod, einen gewissen Herrn Lustenberger, Unerwartetes im Verlaufe eines Aperos, eine Kontrolle im Tram, in deren Verlauf ein kleines Hündchen nach grossartiger Solidarität unter den Passagieren zu einer Katze mutiert oder die Raffinesse von Mäder mit seiner dicken Brille als Markenzeichen fanden starke Beachtung. Kaspar Zimmermann, Präsident des Glarner Seniorenverbandes wies im Verlaufe seines Votums auch auf Kommendes hin.

 

Die Vielfalt des bunten Programms stiess auf viel Anerkennung. Musikstücke und Texte wechselten sich ab. Vilma und Daniel Zbinden gestalteten enorm beseelt, so mit der „Leichtigkeit des Seins“ aus. Schmissig, lüpfig, klang der von Franz Schubert komponierte „Militärmarsch“ in Es-Dur auf. Dann war man eingeladen, mit Franz Hohler und seiner Geiss auf eine lange Reise zu gehen. Ueberall gab es etwas zu sehen, ein notwendiges Geschäft zu verrichten oder kurz zu verweilen. Ein weiteres Gedicht vermittelte nachdenklich stimmende Hinweise zum Aelterwerden, später zum Tod, der zu jedem gelangt, ihn mitnimmt in seine Welt.

  

Vilma Zbinden spielte das Leben „Am Giessbach“ von Joachim Raff aus. Das Wasser perlte einher, schoss wuchtig in die Tiefe; man meinte, hurtig einherperlende Tropfen, ein Hüpfen, Enteilen, stürmisches, dann wieder gar Ruhiges zu vernehmen. Und wenig später staunte man wahrlich über alle kindlichen Fragen, die mit Melodie und Inhalt von „Le coq est mort“ verbunden sind.

  

Erfrischend rassig, keck, richtiggehend verspielt, klangen zwei „Spanische Tänze“ von Moritz Mozkowski, einem eher unbekannten Komponisten auf. Mit dem überbordenden Angebot von Kochshows, die via Medien verbreitet werden, befasste sich der Erzählende wenig später, es wurden noch nicht berücksichtigte Kunstformen für die unbeirrt und bereitwillig Kochenden vorgeschlagen.

  

Zu den Spielstücken von Antonin Dvorak, einer Tarantella und einen Traum, beide von Valery Gavrilin, kamen weitere Kurzgeschichten; wie beispielsweise das Agieren des arg belächelten Jungen namens Mäder, der mit sympathischem Gschpüri auch leicht angefaulte Früchte zu verkaufen wusste und damit gutes Geld verdiente oder den unersetzlichen mit viel Andenken erfüllten  Wert von Pantoffeln der verstorbenen Grossmutter. Später wurde man auf die Reise des tanzenden Schmetterlings von Nikolai Mardasov und den Pas redoublé von Saint – Saens mitgenommen. Viel Munterkeit, Rassiges und Lebensfreude machten sich breit. Und wie das Leben in einem Altersheim so ablaufen kann, wurde mit dem Zitieren von Tagebuchnotizen aus „Eierlikörtage“ von Hendrik Groen verdeutlicht.

   

Noch wies Kaspar Zimmermann auf Kommendes, wie das Erzählen übers Leben eines Geisshirten, das Seniorentheater vom 9. Und 10. November, eine Veranstaltung von Pro Senectute zum Aelterwerden, dies am 29. November, den Jahresschlussabend vom 7. Dezember und sogar die erste Veranstaltung im neuen Jahr mit mannigfaltigen Infos übers Jagen, Hege und Pflege, Motivation des Jägers, Wildhut und Wildschutzgebiete hin. Gast ist am 10. Januar – wiederum im „Chilcheträff“ -  der Ennendaner Fritz Trümpi.  (pm.)

  

 

 

 

 

 

Das Künstlerduo Zbinden in voller Aktion. Nicht auf dem Bild: Peter Meier, Lektor. 

Foto: Peter Meier

 

 

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