Tauchgänge in der Karibik, im Klöntal und anderswo

 

Text: Peter Meier

Bilder: Peter Meier und Marco Blumer

 

Der Vorstand des Glarner Seniorenverbandes konnte seine Mitglieder unlängst zu einem sehr farbigen und stark interessierenden Begegnen in den Chilchetreff Ennenda einladen. Rund fünfzig Personen hatten ihr Kommen nicht zu bereuen. Marco Blumer, ausgebildeter Tauchlehrer und an der Schule Ennenda unter-richtend, entführte in unbekannte Welten, machte mit Tauchgängen, Fischen, Korallen, Gefahren, Rücksicht-nahme, Wrack-, Eis- und Höhlentauchen vertraut. Er hatte viele Fragen zu beantworten. Er hatte viele Zubehör mitgebracht, um zu zeigen, was es denn so brauche.

 

Er referierte in spannender Weise und zeigte auf, dass er 1988 bereits seinen ersten Tauchkurs absolvierte und drei Jahre später die Ausbildung als Tauchlehrer auf den Malediven abschloss, seither viele Neulinge einführte und selber etwas mehr als eintausendsechshundert Tauchgänge unternommen hat. Für ihn war es fordernd, aus der beinahe übergrossen Vielfalt an Fotomaterial Passendes und Aussagekräftiges auszu-wählen.

 

In den dreissig Jahren habe sich vieles geändert, so der Beginn seiner faszinierenden, kurzweiligen Aus-führungen. Er zeigte dies am Beispiel der Fotoausrüstung. Einst benötigte man grosse Kameras und Kassetten, heute ist alles handlicher und billiger. Und dann wurde man in ägyptische Tauchgründe, ins Rote Meer, die Karibik und die Malediven hingeführt, zu Fischen, die farbiger, eleganter, stolzer, hin und wieder auch neugieriger nicht sein könnten. Man weilte in einer ungemein schönen, farbenreichen Unterwasserwelt.. Da schwammen wahre Gemälde einher, einige mit drohend hohen Stacheln, stolz und ungemein farbig, andere bestens getarnt, zurückgezogen. Marco Blumer erwähnte fünftausend verschiedenartige Korallen und zweitausend verschiedene Tierarten, Schnecken, Schildkröten, Seekühe, Seepferdchen und andere gehören dazu.

 

Dann wies er auf die gesamte Ausrüstung hin, das ergebe viele Kilos und Dimensionen, es müsse alles sorg-sam kontrolliert werden. Eine grosse Hilfe sei der Tauchcomputer, der über Wesentliches, wie Tauchtiefe, Luftreserven in den Flaschen, Dauer des Tauchgangs und anderes Auskunft gebe. Er zeigt die Zusammen-setzung der mitgeführten Luft auf, da handelt es sich um Sauerstoff, Kohlenmonoxyd, Edelgase und Stick-stoff. In einer Tiefe von sechzig Metern werde der Sauerstoff in der Luft giftig, in rund dreissig Metern drohe der Tiefenrausch. Normale Tauchgänge enden in maximal vierzig Metern Tiefe. Da brauche man bald einmal viermal mehr Luft als gewohnt. Es wurde klar, was alles zu erlernen und periodisch aufzufrischen ist. Beim Tauchen spiele das Alter eine sekundäre Rolle, ärztliche Tests sind bezüglich Tauglichkeit notwendig.

 

Wie sich die Intensität der Farben in verschiedenen Tiefen ändert, was die Zuhilfenahme künstlicher Licht-quellen bedeutet, wie Fische reagieren - alles wurde in die Erläuterungen einbezogen. Und man erschrak über die Menge an Unrat im Walensee, staunte über Eglis im Klöntalersee, erfuhr einiges übers Erforschen gesunkener Schiffe, die Sammelwut gewisser rücksichtsloser Taucher, die Berühmtheit eines Kriegsschiffs, das man wegen der Panzer, Motorräder, Lastwagen, Munition und anderem als gesunkenes, recht intaktes Museum bezeichnen darf.

 

Die Faszination des Höhlentauchens wurde eingehend vorgezeigt. Man liess sich in die Bedingungen des Eistauchens und dem Verweilen in der Verzasca und der Maggia einführen und erahnte, mit welch grosser Vorsicht vorgegangen wird. Man sah, wie ruhig sich Tauchende zu bewegen haben, um Fischen näher zu kommen. Dann weilte man im Norden Floridas, bei Seekühen, die bis acht Meter lang und anderthalb Tonnen schwer werden und pro Tag bis hundert Kilogramm Grünzeug  fressen. Es seien so langsame und gemütliche Tiere, die an die Oberfläche tauchen um Luft zu holen und zuweilen von Schiffen arg verletzt würden. Die Jungen seien riesig neugierig, Marco Blumer zeigte sogar ein Selfie.

 

Höhlen-  und  Eistauchen (Klöntal, Stausee Garichte) erfordern Sicherheitsmassnahmen, lange Leinen mit Richtungspfeilen und Teamarbeit. Gefahren gehen von schlechter Sicht, nicht ausreichend mitgeführten Lichtquellen, Orientierungsverlust oder fehlendem direktem Aufstieg aus.

 

Gefahren ergeben sich bei Korallen, Schnecken und Fischen. Genannt wurde die Feuerkoralle mit ihren Nesselzellen, die giftige Konuskugelschnecke, der Skorpionfisch mit Stacheln und Giftdrüsen, Rotfeuer- und Krokodilfisch - beide riesig gut getarnt - Riesendruckerfisch, einige Muränen und Rochen mit Giftstacheln. Man müsse einfach Rücksicht auf die Eigenarten nehmen und sich entsprechend verhalten. Was an Verätzungen und anderem passieren kann, fand Erwähnung.

 

Mit Achtung sprach Marco Blumer von den bis sieben Metern messenden Mantas, das seien «Flugzeuge im Wasser» meinte der Referent. Er zeigte den Graen Riffhai, den man nicht anfüttern dürfe, sonst gerate der in einen wahren Fressrausch. Zuweilen verhielten sich Tauchende wirklich dumm und unangepasst.

 

Es blieb Zeit. um die elegante und unbeschwerte Begegnung mit einer Delfinkolonie zu erleben oder dem Wracktauchen in der 1940 erbauten und einst von deutschen Flugzeugen versenkten SS Thistlegorm beizuwohnen. Cousteau entdeckte dieses heute stark besuchte Schiff erstmals im Jahre 1955. Marco Blumer war sich sicher, dass sich für Interessierte ein Besuch lohne. Es gebe mehr als genug zu sehen.

 

 

Und nach beinahe zwei Stunden - einer ungewohnt langen Zeitspanne für derartige Veranstaltungen - endete die echt faszinierende Begegnung.