Grenztour Glarus Süd mit Sämi Leuzinger

Sämi Leuzinger begleitete uns in Wort und BIld über schwindelerregende Höhen
Sämi Leuzinger begleitete uns in Wort und BIld über schwindelerregende Höhen

Nichts als Berge und zwanzigtausend Höhenmeter

von Peter Meier

 

Was Sämi Leuzinger über eine gar besondere, mehrtägige und sehr fordernde Grenzbegehung den interessierten Mitgliedern des Glarner Seniorenverbandes während rund anderthalb absolut spannenden Stunden zu erzählen wusste, war grandios. Das eigentliche Vorhaben ist schnell umschrieben: Fusion der glarnerischen Gemeinden und möglichst exaktes Begehen der geografischen Grenzen. Dass die Bewältigung ganz viel Planung, höchste körperliche Fitness, alpinistisches Können der besonderen Art, Durchhaltewillen, ein verlässliches Team, der besonnene Umgang mit Medien und zuweilen gar sorgsames Beurteilen der Situation vor Ort, Verzichten und Neuanpassung erforderte, begriff man schnell.

 

Kaspar Zimmermann, Präsident des Glarner Seniorenverbandes, begrüsste gegen achtzig Interessierte im Treff der reformierten Kirchgemeinde Ennenda. Man spürte bei seinen Ausführungen die Liebe zu vielen glarnerischen Gipfeln, das genüssliche Zurückerinnern an ganz viele Touren und die Vorfreude auf Kommendes. Sämi Leuzinger hat dieses Begehen mit Ueli Frei, einem verlässlichen und motivierten Bergführerkollegen, angepackt und vieles umgesetzt, was zuweilen im Fernsehen anlässlich der Sendung „Schweiz aktuell“  einst zu sehen war. Er schilderte in einer Art, dass man sich bisweilen selber unterwegs sah und spürbar froh war, dass es nicht so bewegend auf und runter ging, dass so viele Hindernisse zu bewältigen waren. Und wenn er mit dem Leuchtpfeil die Felswände, Gipfel, brüchigen Stellen, Steinkolosse und rutschigen Passagen nachzeigte, die bewältigt sein wollten, gewann man hohe Achtung. Es wuchs auch eine Bewunderung über diese riesigen Leistungen, die der junge Referent mit einer Leichtigkeit erzählte, als sei alles ein mehr oder weniger ungewöhnlicher Spaziergang gewesen.  

 

Sämi Leuzinger zeigte auf, dass alles mit der Idee einer Schulklasse in Schwanden und deren Lehrer Paul Aebli begonnen habe. Tatkraft war vom OK mit Martin Vogel, Ernst Marti als technischem Berater und kundigem Helfer, Paul Aebli und weiteren Personen gefordert. Und als Fernsehverantwortliche ihr Interesse am Mitverfolgen und Ausstrahlen anmeldeten, begann die Planung, die sich nach einem recht straffen Zeitplan orientierte. Eine Woche sollte alles dauern, an irgend einem Wochentag wurden die sehr Bergkundigen um elf Uhr auf dem Tödi erwartet, weil dort die glarnerische Prominenz und Geistliche aus Disentis und dem Glarnerland dank Helikoptereinsatz zu einer ganz besonderen Zeremonie bereit waren.

 

Sämi Leuzinger gewährte mit dem umfangreichen Bildmaterial Einblicke in zuweilen wunderschöne Orte, die nun wirklich ganz hoch über dem Alltag zu finden sind. Man spürte seinen grossen Respekt, den er der Bergwelt, Tieren und Pflanzen zollt. Man erfuhr einiges über Gletscherabbrüche, spürbare klimatische Erwärmung, Klettertechniken, vergnügliche Rutschpartien, sah steilste Felspartien mit lebhaft winkenden Spezialisten, lernte das Martinsloch aus nächster Nähe kennen und wähnte sich als Gast auf zahlreichen Gipfeln, deren Namen einem so am Rande vertraut waren.

 

Das Vorhaben begann am 26. Juni 2011 beim Holenstein. Anfangs- und Endpunkt waren Mitlödi und Gamshütte.Sooler Achseli, Schwarzstöggli waren vertraute Bezeichnungen.

Der Anfang sei fordernd gewesen, mit ganz viel Rummel und kurzzeitigem Begleiten.

Am zweiten Tag ging es weiter, ab Gams zur Alp Ramin, erstmals über Schneefelder. Magerrain, Spitzmeilen und anderes wurde erwähnt. Es folgten am dritten Tag Piz Sardona, Piz Segnes, Segnespass, zuweilen in recht brüchigem Fels. Glücklicherweise kannte sich der Elmer Ueli Frei bestens aus.

Segnespass und Mountain Lodge seien schon sehr speziell gewesen. Sämi Leuzinger geriet beim Schildern solcher Momente zuweilen ins Schwärmen. Die Kameraleute des Fernsehteams hätten dann aufgegeben und ihnen die doch teure Kamera anvertraut und urplötzlich waren die unermüdlich Kletternden auch Kameraleute. Es ist wohl Ironie des Schicksals, dass der Referent die eigene Kamera verlor und sie noch knapp über die Felsen entschwinden sah. Es folgten dann in einer weiteren Etappe das Ueberklettern der Tschingelhörner und des Laaxer Stöcklis, Piz Grisch, Bündner Vorab. Nach einer weiteren Nacht folgten am fünften Tag Panixcerpass, Hausstock, Muttseehütte und der Kistenpass mit dem Kistenstöckli. Ab Biwak wurde die riesige Aussicht genossen – und die Senioren waren mit viel Genuss und Anteilnahme immer dabei.

Als Königsetappe wurde die Fortsetzung am 1. Juli mit Bündner Tödi, Planura, feierlicher Zeremonie auf dem Gipfel des höchsten Glarner Berges samt Glacégenuss und herzlichem Empfang in der Planurahütte vorgestellt. Planura – Urnerboden und dem Weiterführen zur Glärnischhütte waren weitere Etappen, bevor es am neunten und letzten Tag nach Mitlödi runterging. An Erinnerungen blieben die steinerne Sitzbank auf dem Vrenelisgärtli samt Aussicht bis Zürich – günstiges Wetter vorausgesetzt – und das schlicht und einfach tolle sehr erholsame Fussbad in der Linth. Man sei so herzlich empfangen worden und die Schlussfeier im Gemeindezentrum Schwanden sei wirklich unvergesslich toll gewesen. Ueberreicht habe man die Fahne von Glarus Süd, die auf allen Etappen mitgetragen worden sei.

 

Sämi Leuzinger hätte noch so viel zu erzählen gehabt, über seine Tatigkeit als Helikopter – Rettungsspezialist, die Ausbildung der zukünftigen Retter, das Durchführen von Lehrgängen für J + S – Leiter, das Eisklettern, ganz besondere Touren und das genussvolle Verweilen an ganz besonderen Orten. Er beschränkte sich mit seinem zweiten Teil auf Touren mit Gästen, die ihn jeweils anfragen. Zufriedene und begeisterte Berggänger, die wieder sicher zurückkehren, sind ihm ein Hauptanliegen. Das Ausreizen von Forderndem liegt ihm nicht, das käme nicht gut; davon ist er überzeugt. Unterwegs ist er zuweilen in Jordanien, im Trentino, im Wallis oder Berner Oberland - und besonders gerne in der glarnerischen Bergwelt.

 

Ganz viel Beifall und das Ueberreichen eines standesgemäss richtigen Geschenks mit Gipfeltrunk waren  der verdiente Dank für die riesig interessanten Ausführungen. Weitergehen wird es beim Seniorenverband mit der ordentlichen, dreissigsten Mitgliederversammlung im Februar, einem Vortrag mit der Trekkingspezialistin Beatrice Fischli aus Näfels, dem Aufzeigen der vielseitig tätigen Pro Senectute und anderem. Unter www. glarner-seniorenverband.com ist Wissenswertes nachzulesen.

 

Präsident Kaspar Zimmermann stellt den Refernten Sämi Leuziger vor (links). Das Martinsloch aus ungewöhnlicher Perspeketive (Mitte) und die gespannt lauschende und staunende Schar unserer Mitglieder. (Text und Fotos: Peter Meier)