Glarner und Bündner Senioren auf Kerenzen

von Peter Meier

Beim Apéro auf der Terrasse des Panoramarestaurants Lihn. Alle sind bestens gelaunt und aufgestellt.
Beim Apéro auf der Terrasse des Panoramarestaurants Lihn. Alle sind bestens gelaunt und aufgestellt.

 

 

Das einmal pro Jahr stattfindende Treffen der Seniorenverbände aus dem Bündner- und dem Glarnerland ist seit geraumer Zeit fester, willkommener Bestandteil des jeweiligen Jahresprogramms. Diesmal luden die Glarner mit ihrem Präsidenten, alt Regierungsrat Kaspar Zimmermann, ein. Bei riesig schönem Wetter trafen sich rund 80 Seniorinnen und Senioren im Panoramarestaurant Lihn auf Kerenzen.

 

Über das Menzihuus, dessen Ausbildungsplätze, die Beschäftigungsangebote, Wohnformen, Aufnahmekriterien und das Begleiten am jeweiligen Arbeitsplatz sprach Lukas Beerli, Betriebsleiter, in willkommen konzentrierter und offener Weise. Kulinarisch verwöhnt wurden alle nach dem Kurzreferat. Für einen angeregten Gedankenaustausch oder einen kleinen Spaziergang blieb genügend Zeit.


Kaspar Zimmermann, Präsident des Glarner Seniorenverbandes, begrüsste alle gleichermassen herzlich. Er freute sich, dass sich rund 30 Gäste aus dem Bündnerland mit ihrem Präsidenten, Hans Joss, hoch über dem Walensee und an herrlichster Aussichtslage eingefunden hatten. Er kam auf die Bedeutung der Walenseestrasse zu reden, die für die Bewohner auf dem Kerenzerberg – nach ihrer Vollendung im Jahre 1961 – eine willkommene Erhöhung der Wohnqualität beschert habe. Dann befasste er sich mit der Fusion im Glarnerland, um den Bündnern zu zeigen, welche Vor- und Nachteile damit zum Teil gewachsen seien. Er erwähnte das grosse Sportzentrum mit beachtlichen 30 000 Übernachtungen pro Jahr, einer Vielzahl von Kursangeboten und den anstehenden riesigen Ausbau samt Aufwand von 50 Millionen Franken. Ganz kurz kam er aufs Menzihuus zu reden. Zudem deutete er an, dass er sich als Präsident bald einmal zurückziehen wolle.

Hans Joss nahm Teile dieser Ausführungen in seine Grüsse und den herzlichen Dank fürs Organisieren auf. Es war mehr als verdient, dass er der organisierenden Glarnerin Elsbeth Bäbler eine feine Nusstorte überreichte. Er lobte die wunderbare Aussicht und den geschickt ausgewählten Ort – nach Arosa, Elm und Seewis in den Vorjahren. Er würdigte die Verdienste jener, die den Schweizerischen Seniorenverband wieder auf eine gesunde Basis gestellt hätten. Das betraf zur Hauptsache Andreas Melchior und Kaspar Zimmermann. An die Adresse des glarnerischen Präsidenten gingen die Hinweise der Fusionsprozesse im Bündnerland. In den elf Regionen zähle man gegenwärtig rund 130 Gemeinden.
Im kommenden Jahr – so die Vorankündigung – treffe man sich mit den Glarnern in Chur.

Zum Menzihuus sprach Betriebsleiter Lukas Beerli. Er stellte Urs Brotschi und Regula Meier vor, die in verschiedenen Bereichen in leitenden Positionen tätig sind. Zielgruppen fürs Menzihuus sind Frauen und Männer mit psychisch bedingten Beeinträchtigungen und / oder Suchtproblematiken. Die Angebote sind auf jene ausgerichtet, die mittels Ausbildung und anderen Massnahmen den Schritt Richtung Alltag, Gesellschaft und berufliche Wiedereingliederung wagen und sich damit in einer neuen Selbstständigkeit zurechtfinden können. Es ist ein zuweilen langer und beschwerlicher Weg, der zu begehen ist.

Das Menzihuus bietet verschiedenste Beschäftigungsmöglichkeiten an. Die Verantwortlichen begleiten den Weg in den verschiedenen Ausbildungsangeboten, hin zum selbstständigen Wohnen und im beruflichen Alltag. In den Werkstätten sind 26 geschützte Arbeitsplätze in sieben verschiedenen Arbeitsbereichen (Bäckerei, Wäscherei, Hauswirtschaft, Betriebsunterhalt, Land- und Holzwirtschaft, Dorfladen / Postagentur und im Seminarhotel Lihn) angeboten. So sind alle in verschiedenste Prozesse eingebunden, übernehmen Verantwortung, lernen den richtigen Umgang mit Waren oder haben sich im Dienstleistungsbereich zu bewähren.

Das Menzihuus verfügt über 18 Wohnplätze, davon ein Dutzend im Wohnhaus, den Rest in drei Wohnungen. Die 12 Wohnplätze im Bereich der Ausbildung verteilen sich aufs alte Gebäude und die Aussenwohngruppen. Die ambulante Betreuung ist im Aufbau. Auf eine gute Wohnqualität wird grosser Wert gelegt.

Es sind verschiedene Ausbildungsabschlüsse möglich. Begleitet werden auch Eingliederungsprozesse nach krankheits-, sucht- oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit. Im Hinblick auf die Anforderungen im späteren beruflichen Alltag werden Belastungs- und Leistungsvermögen sorgsam aufgebaut. In Partnerfirmen besteht ein Job-Coaching.

ln ganz verschiedene Ausbildungen sind in den sieben Arbeitsgebieten angeboten. Detailhandel, Betriebsunterhalt, Hauswartpraktiker, Hotellerie, Küche, Bäckerei seien erwähnt. So sind es Angebote, die zum Teil im Seminarhotel Lihn mit den 45 Zimmern, den drei Plenarsälen, Gruppenräumen und dem Restaurant bestehen. Lukas Beerli sprach in einem weiteren Teil zu Aus- und Übertritten, die klug gestaffelt sind. Er erwähnte die verschiedenen Wohnformen und die weiterführenden Institutionen. Sechzehnjährige bis Leute im Pensionsalter finden Aufnahme und Arbeit auf dem zuweilen langen Weg in die Selbstständigkeit

Die Ausführungen wurden mit viel Anerkennung verdankt. Und in einigen Gesprächen wurde über die Ausführungen diskutiert, bevor man sich auf den Heimweg begab.

 

 

 

 

 

Fotos: Peter Meier und Elsbeth Bäbler:

 

1. Reihe, links: Wohl siebzig hungrige Seniorinnen und Senioren aus dem Bündner- und dem                                      Glarnerland bei Speis und Trank und munteren Gesprächen.

               Mitte: Kaspar Zimmermann, Präsident Glarner Seniorenverband, in seinem Element bei der                        Begrüssung.

               rechts: Hans Joss, Präsident des Bündner Seniorenverbandes, überbringt mit Witz und Schalk                    die Grüsse aus dem Bündnerland.

2. Reihe, links: Lukas Beerli, Leiter Menzihus, erklärt Konzept und Aktivitäten im Menzihus.

                Mitte: Herrlicher Blick von der Lihn-Terrasse auf Amden  

                rechts: Zufahrt zum Seminarhotel Lihn und Menzihus 

 

 

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