Ausflug ins Appenzellische

Glarner Senioren trotzen dem schlechten Wetter und lassen sich ihre gute Laune auf ihrer Erkundungsfahrt ins Appenzellische beileibe nicht verdriessen.

 

Peter E. Züger (Text)

Paul Aebli, Elsbeth Bäbler, Peter E. Züger (Bilder)

  

Schon Tage zuvor waren andauernder Regen und merklich kühlere Temperaturen angesagt, nur verdriessen liessen sich dadurch die gut und gern sechzig Teilnehmer des Glarner Seniorenverbandes, welche sich unlängst in Reisecars von Niederer und Fischli auf die Fahrt ins Appenzellische wagten. Nach einem gemütlichen Kaffeehalt am Fuss des Rickens ging es weiter durch die sanfte Hügellandschaft an Thur, Necker, Urnäsch und Sitter, welche witterungsbedingt beachtliche Mengen an Wasser führten. Gegen Mittag wurde das erste Ziel, die Waldegg ob Teufen mit dem Schnuggebock, dem Tintelompe und dem Ziträdli erreicht. Erinnerungen an die eigene Kindheit und das damals einfache Leben stiegen in den meisten hoch beim Betrachten der Holzofenbäckerei, der Käserei und des Schulzimmers. An rustikal gedeckten Tischen im Dachgeschoss liessen wir uns eine währschafte Suppe und den Hackbraten mit Kartoffelstock und Gemüse nach Grosis Kochbuchrezept schmecken.

  

Impressionen vom Znünihalt im Restaurant Waldegg in St.Gallenkappel am Fuss des Rickens.

 

Treppauf und Treppab auf der Suche nach vergangenen Zeiten auf der Waldegg ob Teufen: Schnuggebock, Tante Emmas Lädeli, nochmals auf der Schulbank im Tintelompe, Zitredli.

Bei schönem Wetter sähe man zum Bodensee und darüber hinaus.

 

Nach dem Tischgebet als Kanon, theatralischen Einlagen vom Servierpersonal, gab es Grosis Hackbraten mit gedämpftem Gemüse und Kartoffelstock samt Nachschlag und Kaffee.

 

Bald schon hiess es Aufbruch in den Hauptort Appenzell. Dieser erlitt ähnlich wie Glarus nur rund dreihundert Jahre früher einen zerstörerischen Brand. Der schaffte Platz für eine Vielzahl in leuchtenden Farben bunt bemalter Giebelbauten, welche zusammen mit den in den unteren Geschossen eingerichteten Ladengeschäften den mehrheitlich verkehrsfreien Ortskern bilden. Die meisten liessen sich nicht zweimal bitten, prüften das Angebot und besorgten entweder für sich oder für die Angehörigen, was das Herz begehrte oder was aufgetragen worden war. Nur zu schnell hiess es wieder einsteigen zur Heimfahrt durchs Rheintal und dem Walensee entlang zurück ins Glarnerland.  

 

Die Appenzeller führen ihre Landsgemeinde traditionell eine Woche vor den Glarnern durch. Eine Linde ziert in Appenzell den Landsgemeindeplatz. Warten auf den Bus vor der Brauerei Locher.