Pro Senectute – Informationen bei Glarner Seniorenverband

von

Peter Meier

 

Was die Verantwortlichen der Pro Senectute Glarus an Dienstleistungen für Senioren aufgebaut haben und anbieten, ist dem Inhalt einer attraktiv gefüllten Geschenkschachtel nicht unähnlich.

 

Pro Senectute verwöhnt, hilft, berät, lädt ein, setzt sich für gesunde Lebensformen und massvolles Bewegen im Freien, Tanz, Theater, Gedankenaustausch, musikalische Stubete, Weiterbildungen in den Bereichen PC und iPad, dem Nerven schonenden Umgang mit Billettautomaten und anderes ein. Die Pro Senectute übernimmt zudem Beistandschaften, setzt kompetente Helfer fürs Ausfüllen von Steuererklärungen oder die Erledigung des Bankverkehrs und des schriftlichen Verkehrs ein, vermittelt Hilfen beim Erledigen mühsamer Alltagsarbeit oder dem Begleiten zum  Arzt oder anderswo, berät unentgeltlich und sorgt umfassendst fürs Aelterwerden mit hoher Lebensqualität ein.

 

Peter Zimmermann, Geschäftsleiter der Pro Senectute Glarus, stellte anlässlich seiner enorm interessanten Informationen den beinahe sechzig Anwesenden im Chilcheträff Ennenda nicht nur die verschiedenen Dienstleistungen der Pro Senectute Glarus vor. Er wies sehr intensiv und in kluger Weise aufs Aelterwerden samt neuen  Erfahrungen, Erwartungen und Tatsachen hin und zeigte auf, wo Beraten und Helfen Sinn machen.

 

Kaspar Zimmermann, Präsident des Glarner Seniorenverbandes, begrüsste und wies darauf hin, wie gross die Veränderungen ab sechzigstem Altersjahr sind, wie eine Wertwandel stattfindet, womit man sich zu befassen hat, was auf im Verlaufe dieses Lebensabschnittes auf alle  zukommt. Der Seniorenverband bestehe seit nunmehr dreissig Jahren, die Pro Senectute feiere ihr hundertjähriges Bestehen. Mit den Ausführungen von Peter Zimmermann wird beim Seniorenverband eine Begegnungsreihe weitergeführt, die in früheren Jahren Ausführungen eines Hausarztes, Hinweise zur Spitex,  den Spitalbetrieb und das Leben in Alters- und Pflegeheimen betrafen. Aus aktuellem Anlass wies Kaspar Zimmermann auf das in einigen Jahren an der Landsgemeinde zu behandelnde Pflegegesetz hin. Zur laufenden Vernehmlassung waren der Seniorenverband mit fünfzig weiteren Organisationen eingeladen.

 

Peter Zimmermann äusserte sich kenntnisreich und engagiert zum „Aelterwerden mit Qualität“. Zuweilen wird diese Thematik ausgeblendet, obwohl sie irgendwann einmal alle betrifft, mit Einschränkungen, Abhängigkeiten, Leiden und Sterben.

 

Ein Wandel vieler Werte findet ab Traditionellem wie Autorität, Respekt, Pflichtbewusstsein, Sparsamkeit, klassischem Familienbild hin zu Selbstverwirklichung, zuweilen beinahe uneingeschränktem Konsumieren, neuen Familienkonstellationen, Emanzipation, Rollentausch und anderem unaufhaltsam statt. Altersprozesse müssen positiv gestaltet werden, vieles lässt sich auf gute, sinnbringende  Art steuern. Es soll niemand denken, dass das Leben mit der Pensionierung irgendwie aufhört -  eine zunehmend länger werdende Lebensphase steht noch bevor.

 

Um 1900 lag die Lebenserwartung bei Frauen bei 48,5 und bei Männern bei 45,7 Jahren, heute sind das  84,7, respektive 80,5 Jahre. Der Frauenanteil nimmt deutlich zu (75-jährige mit 55 %, 80-jährige mit 67 % und Neunzigjährige mit 80 %). Altersarmut, so Peter Zimmermann, sei trotz gut ausgebauten Sozialwerken stark verbreitet. Oft geraten Betroffene unverschuldet in die Armutsfalle. Dass von „jungen Alten“ und „alten Alten“ gesprochen wurde, erfuhr mit Hinweisen zu noch erwerbstätigen Senioren, Gesundheit im Rentenalter, Pflegebedürftigkeit und anderem eine gewisse Verdeutlichung. Positives Altersbild, Lebensphasen mit Zukunftschancen, Stärken der persönlichen Autonomie, Wahrnehmen von Angeboten, Reisen, Bildung, Erhalt und Pflege des Bekanntenkreises Sport, Senioren für Senioren, Kulturelles fanden beispielsweise Erwähnung.

 

Hundert Jahre Pro Senectute sind eine Erfolgsgeschichte. Am 23. Oktober 1917 wurde in Winterthur die damalige „Stiftung für das Alter“ gegründet. Geschichtliches bis hin zu Heutigem wurde massvoll erwähnt. Zentrale Anliegen wurden mit der Einführung der AHV im Jahre 1947 und der Obligatorischen beruflichen Vorsorge im Jahre 1985 realisiert. Heute ist Pro Senectute mit 130 Beratungsstellen, 22 kantonalen und zwei interkantonalen Organisationen gesamtschweizerisch die grösste und bedeutendste Institution für Senioren. Eintausendsechshundert Mitarbeitende und achtzehntausend Freiwillige setzen sich

 

nachhaltig und kompetent ein. Die Beratungsstellen stehen direkt Betroffenen, Bezugspersonen, Angehörigen und weiteren Interessierten zur Verfügung, wenn es beispielsweise um Budgeterstellungen, Wohnen im Alter, Finanz- und Sozialversicherungs-angelegenheiten, Entlastung der Angehörigen, Patientenverfügung, Vorbereitung eines Heimeintritts, administratives Begleiten, Krankenkassenbereich, Anträge auf Ergänzungs-leistungen und anderes geht. Gewisse Dienstleistungen wie Buchführung, Haushalthilfe, Steuerliches, administratives Begleiten, Beistandschaften und anderes sind kostenpflichtig, wobei die Unkostenbeiträge je nach Segment zwischen vierzehn bis fünfunddreissig Franken pro Einsatzstunde ausmachen. Der Pro Senectute Glarus gehören das sieben Personen umfassende hauptberuflich tätige Team und 35 Freiwillige an. Mit Spenden, Fondsmitteln, Erträgen aus Dienstleistungen, Subventionen und Sammelaktionen finanziert sich die Pro Senectute.

 

Peter Zimmermann munterte nachhaltig auf, von den Dienstleistungen auch Gebrauch zu machen. Stets werde alles mit Diskretion und grosser Kompetenz behandelt. Den ersten Schritt müsse man selber wagen.

 

Ausflüge, Vorträge, Exkursionen, Spielnachmittage, der Treff 60+, Seniorenkino, gemeinsames Musizieren werden in geeigneter Form und stets frühzeitig genug  angekündigt. Informationen liegen in der Geschäftsstelle an der Gerichtshausstrasse 10 in Glarus  auf.

Der Besuch der Homepage www.gl.pro-senectute.ch erlaubt weitere Einblicke. (pm.)

 

Bilder: Die aufmerksame Zuhörerschaft (oben links), Referent Peter Zimmermann, Geschäftsleiter der Pro Senectute, Glarus (oben rechts). Zweite Reihe: Präsident Kaspar Zimmermann, aufgeräumt wie immer. Von Zimmermann zu Zimmermann - die hochverdiente Flasche Wein. (Fotos: Peter Meier)

 

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